Tanja Selzer
Das vormals prägende Sujet der Bacchanalien entwickelt Tanja Selzer in ihren jüngsten Arbeiten zur reinen Naturschilderung weiter. Dies zugunsten des Physischen der Malerei: Dynamische Pinselstriche bilden vegetative Elemente nach und fügen sie mit der Energie der Farbe zu vertrauten Topoi zusammen. Idealtypische Darstellungen, die sich jederart botanischer Illustration oder Klassifizierung verweigern. Stattdessen spüren sie eindrücklichen Formen und Färbungen nach, liefern orts- und ereignisbezogene Zustandsbeschreibungen, zeigen sich behütet wie behütend innerhalb eines dicht verzweigten Lebensraums. Tanja Selzer setzt keine malerischen Leerstellen. Panoramen entfalten eine überwältigende Kraft, darin Tanja Selzer das Motiv der Landschaft fürwahr nimmt und die physischen wie ästhetischen Grenzen seiner Abbildung sprengt. Man meint geradewegs in sie hineinschlüpfen und dem großstädtischen Treiben entfliehen zu können, insofern ihr durchaus ein eskapistisches Moment inneliegt. Tatsächlich gehen diese Arbeiten auf frühe Erfahrungen von landschaftlichen Rückzugsorten zurück, anhand derer Tanja Selzer nun Wahrnehmungs- und Resonanzräume eröffnet. (Antje Kraus)



















