Marie Aly
Marie Alys Bilder strahlen eine rätselhafte Kraft aus. Ihre Figuren sind ganz bei sich, sehen den Betrachter an oder knapp an ihm vorbei. Die Formen sind sehr reduziert, abstrahiert, ornamenthaft; anhand der speziellen Farbpalette glühen die Figuren so energetisch, dass sie ihre Bildbegrenzung schnellstmöglich verlassen möchten. Besonders eindringlich züngeln einige Augenpaare in Rot, Orange, Violett, Rosa, unterstrichen durch starke Kontraste innerhalb der Augen. Marie Aly faszinieren surreale Welten und die Epoche der Renaissance genauso wie Aspekte der neuen Sachlichkeit und der naiven Malerei. Während des Malprozesses tritt sie in ein Zwiegespräch mit ihren Figuren, die Selbstporträts oder Porträts sein können, mit getarnten Persönlichkeiten und Anspielungen auf Werke der Kunstgeschichte. Geschlechtergrenzen werden aufgelöst, Verbindungen zwischen Tier und Mensch werden essenziell. Marie Alys Welt ist magisch; ihre Figuren wirken wie Märchengestalten aus fernen Zeiten und sind zugleich in ihrer selbstverständlichen Androgynität sehr heutig.














