Marco Wagner
Allerdings nicht jeder meint das Gleiche, wenn er von Halt spricht. Auch das ist ein Problem unserer Zeit, was es aber auszuhalten und zu ergründen gilt. Was könnte also gemeint sein? Eine Stütze, eine Handreichung, Geborgenheit, Orientierung, das Beständige oder ist die Rede von physischen Barrieren, vom Aufhalten und Abschotten. Oder ist ein Innehalten gemeint, verbunden mit der Aufforderung unser Handeln zu unterbrechen und auch zu hinterfragen. In seiner künstlerischen Arbeit tut Marco Wagner eben dieses. Er betrachtet und hinterfragt die Vielheit des Menschseins. Er schaut auf unsere Sehnsüchte, bricht das vertraute Idyll auf und weitet den Blick vom vermeintlich geschützten Heim, über den Stammtisch bis hin zu den Manipulationen, denen wir anhaltend ausgesetzt sind und dennoch behaupten selbstbestimmt zu handeln. Eines ist gewiss, der Mensch fürchtet sich davor ohne Halt zu sein und wenn dieser ihm droht, verloren zu gehen, strampelt er heftig und greift auch nach dem fragwürdigsten Strohhalm. Dass er dabei zuweilen eine recht lächerliche Figur abgibt, ist auch dem Künstler nicht entgangen und so verwundert es nicht, dass das Komische ein wesentliches Element seiner künstlerischen Arbeit ist. Humor ist ja auch ein Weg, um auszuhalten und im Moment des unausweichlich Tragischen nicht daran zu verzweifeln. (Sebastian Neeb)











