Laura Eckert
Laura Eckert arbeitet mit Holz - hochwertige Harthölzer aus Holzfußböden, profane Dachlatten, Balken, Stämme und Reststücke werden im besten Sinn recycelt und nehmen ihr Vorleben mit ins Werk. Die natürlichen Holzfehler wie starke Astbildung, unregelmäßige Verfärbungen, Risse und Auswüchse und die im Arbeitsprozess beigefügten Einschnitte, Schürfungen, Abtrennungen und Ergänzungen verbinden sich zu einer Formensprache, die direkt oder metaphorisch von natürlichen und mutwilligen Interventionen berichtet. Die Köpfe der Serie »N.N.« stehen in der Tradition der Porträtbüste. Sie sind aus Schichtholz und diversen Naturholzstücken ergänzt und im Block bearbeitet. Das Gesicht als Formel, als Vorsilbe der Persönlichkeit verspricht den Rückschluss von der formalen Äußerlichkeit auf das Wesen. Die Lesbarkeit der mehr oder weniger fiktiven, in Form gefassten Behauptungen zum Wesen einer Figur ist als Kulturtechnik des Gesichter-Lesens vertraut. Laura Eckert porträtiert jedoch nicht. Sie verschiebt den Blick Richtung Gegenwart und hält dagegen, dass das Wesen hinter der äußeren Erscheinung immer weniger erkennbar ist, je mehr diese sich verselbständigt. (Dr. Tina Simon)








